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Das Unternehmen H2O process water engineering aus Steinen

In fast allen Bereichen industrieller Produktion ist der Einsatz von Wasser unerlässlich. Doch was macht man mit den verunreinigten Flüssigkeiten, deren Entsorgung Jahr für Jahr immer größere Kosten verursachen? Eine pfiffige und innovative Idee entwickelt die H2O GmbH in Steinen. Die Firma baut Anlagen, die mittels der Vakuumdestillation Abwässer unterschiedlichster Art wieder aufbereiten können. Mit dieser Methode, die unter dem Markennamen VACUDEST® international vertrieben wird, ist das Unternehmen mit Sitz in Steinen außerordentlich erfolgreich.

Das Prinzip der Vakuumdestillation ist schon lange bekannt. Bei diesem Verfahren wird dem Abwasser durch Destillation der Wasseranteil entzogen. Die Schmutzstoffe bleiben übrig und können separat entsorgt werden. Der saubere Wasserdampf wird in einem Wärmetauscher, der im Schmutzwasser angeordnet ist, kondensiert. Die dabei frei gewordene Energie wird als Verdampfungsenergie an das Abwasser zurückgegeben. Der Vorteil: es entsteht ein geschlossener Energiekreislauf, der keinerlei zusätzliche Energie zur Kühlung oder Heizung benötigt. Der einzige Energieverbraucher im gesamten System ist der Elektromotor der Vakuumpumpe. Im Vergleich zur herkömmlichen Verdampfung von Wasser verbraucht dieses System nur 8 Prozent Energie. Für die Aufbereitung von einem Kubikmeter Schmutzwasser entstehen somit Stromkosten von nur 10 bis 12 Euro und die Kosten für Frischwasser entfallen, da das saubere Wasser wieder verwendet werden kann.

Dass die H2O GmbH mit ihrem Produkt am Markt Erfolg hat, zeigt ihr geradezu kometenhafter Aufstieg. Seit der Gründung vor sechs Jahren beschäftigt das Unternehmen nunmehr 47 Mitarbeiter und erzielte im Jahr 2005 einen Umsatz von 7 Millionen Euro. Anfang 2005 ist man in ein neues Büro- und Produktionsgebäude umgezogen. Insgesamt wird das Unternehmen in den nächsten Jahren in drei Bauabschnitten weitere 2,8 Millionen Euro investieren.

Begonnen hatte alles bei der damaligen Mannesmann Demag Wittig. Dort entwickelte man 1986 erste Vakuumdestillationsanlagen. Doch Mannesmann blieb ein Erfolg mit dem Produkt versagt. Als 1998 der amerikanische Kompressorenhersteller Gardner-Denver die Firma übernahm, wollte er sich als erstes von der kreativen Abwasserabteilung trennen. Nun kam die Stunde von Matthias Fickenscher, Frank Schlegel und Wolfgang Schneider. Die drei Mitarbeiter kauften den Amerikanern „ihre“ Abteilung ab und gründeten daraus die H2O process water engineering. Mit sieben Mitarbeitern ging es in Maulburg dann los. Die drei Spezialisten wussten sofort, wie man das innovative und umweltfreundliche System erfolgreich verkaufen kann. Sie entwickelten gemeinsam mit ihren Kunden komplette Lösungen. Und mit der Installierung einer bedienerfreundlichen und automatisierten Steuerung gelang ihnen ein weiterer Schritt in Richtung Erfolg.

Der Kunde steht bei H2O seit Anbeginn im Mittelpunkt. Mit ihm zusammen entwickeln die Ingenieure Komplettlösungen. Diesem Umstand ist beispielsweise auch die Konstruktion des ersten selbstreinigenden Wärmetauschers zu verdanken, den das Unternehmen im Jahr 2000 auf der Hannover-Messe der Fachwelt vorstellte. Dieses System macht die vorher mühsamen Reinigungsprozesse des Wärmetauschers überflüssig, in dem die konzentrierten Schmutzstoffe zurückbleiben. Dadurch werden Zeit und natürlich auch Wartungskosten gespart.

Die schnelle und intensive Betreuung ihrer Kunden ist für die H2O GmbH ein wichtiger Faktor. Besonders stolz ist man auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Kunden. Dazu braucht es allerdings auch gut ausgebildete Mitarbeiter. Das erforderliche Spezial-Know-how wird in der H2O-Akademie dem Nachwuchs vermittelt. „Unsere Mitarbeiter genießen ein extrem hohes Ausbildungsniveau. Das ist die Voraussetzung für eine hohe Eigenverantwortung eines jeden“, erklärt Geschäftsführer Wolfgang Schneider. Die Mitarbeiter sind stolz auf ihr Unternehmen, sie identifizieren sich mit ihrer Firma.

Ihre Philosophie, in deren Mittelpunkt die Schonung der Ressourcen steht, lebt das Unternehmen auch praktisch und damit sichtbar. Innovative und umweltfreundliche Ideen werden auch im Firmengebäude eingesetzt. Das vorhandene Grundwasser kühlt beispielsweise im Sommer die Büros und die Abwässer der Testanlagen heizt das Brauchwasser.

Die für die Kunden maßgeschneiderten Lösungen beginnen im hauseigenen Labor. Dort werden die zu reinigenden Flüssigkeiten verschiedenen Analysen unterzogen. Diese Analysen bestimmen dann auch die Detailplanung und das Ablaufschema der Anlage. Nach deren Installierung beim Kunden gibt es intensive Schulungen vor Ort, die von den Spezialisten der H2O durchgeführt werden. Doch auch nach dem Kauf der Anlage gibt es eine intensive Betreuung: das reicht von Nachschulungen bis hin zur Wartung und Überholung der Anlage. Bislang haben die Experten von H2O insgesamt 800 Anlagen weltweit verkauft. Die kleinste kostet 25.000, die größte Anlage bis zu 300.000 Euro. Doch bevor man in Steinen eine Anlage verkauft, berät man den Kunden, ob sich für ihn eine solche Investition überhaupt lohnt. Das Unternehmen bietet übrigens auch Testanlagen an, die von einem möglichen Kunden direkt in seinem Werk ausprobiert werden kann, bevor er sich zu einem Kauf entschließt.

Für den Geschäftsführer Wolfgang Schneider ist dies – neben den Referenzen namhafter Unternehmen und der Präsenz auf Messen – ein wichtiges Instrument zur Neukundengewinnung. Für die Zukunft hat sich die H2O noch viel vorgenommen: das Unternehmen strebt die Technologieführerschaft auf ihrem Gebiet an. Und man setzt in Steinen auf eine noch stärkere Expansion in den internationalen Märkten. Die Anlagen von H2O werden vor dem Hintergrund des Ressourcenschutzes sicher auch in Zukunft erfolgreich sein, denn das durch die Vakuumdestillation gereinigte Wasser kann wieder im Produktionsprozess eingesetzt werden. Für den Unternehmer bedeutet das: er ist frei von behördlichen Einleitgenehmigungen und er spart eine Menge Geld.

H2O GmbH process water engineering
Sitz: Steinen
Gründungsjahr: 1999
Geschäftsführer: Wolfgang Schneider, Frank Schlegel, Matthias Fickenscher
Mitarbeiter: 47, davon 4 Auszubildende
Umsatz: 7 Millionen Euro (2005)
Internet: www.h2o-gmbh.com



Verdampfer – Vakuumdestillation – Abwasseraufbereitung – Emulsionsaufbereitung – Druckguss - Oberflächentechnik